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Fortsetzung: Wie Tiermissbrauch und Corona auch zusammenhängen

Zum ersten Beitrag zu Corona und Tiermissbrauch

Das autoritäre System

Ich engagiere mich, um die Unterdrückung der Tiere zu beenden. Ich wünsche mir Frieden zwischen den Menschen und den anderen Tieren, zwischen den Menschen und der Erde. Das waren meine Ziele, die mich zum Eintreten in die V-Partei³ bewegt haben.

In unserem Engagement für Tierrechte sind wir ständig mit Gewalt konfrontiert. Wir sind uns der massenhaften, systematischen Ausbeutung und autoritären Unterdrückung der Tiere bewusst. Wir sind uns bewusst, dass Tieren keine Rechte zugesprochen werden, dass sie würdelos und unmenschlich behandelt werden. Wir sind uns bewusst, dass wir in einem autoritären Staat der Unterdrückung leben. Dennoch sind wir erstaunt, dass die Grundrechte der Menschen nicht sicher sind. Bisher haben wir die Unterdrückung und Entrechtung bei den nicht-menschlichen Tieren und die Ausbeutung der Ressourcen im Fokus gehabt. Nun sind auch die Menschenrechte akut in Gefahr. Anlass ist die Ansteckungsgefahr, die ich keinesfalls leugne. Die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen ist angesichts der aktuellen Todeszahlen allerdings höchst zweifelhaft. Und ich bin der Überzeugung, dass der Staat an vielen Stellen zu weit gegangen ist.

Versammlungen wurden verboten, selbst eine mit maximal zehn namentlich bekannten Teilnehmenden. Damit wurde auch das Recht auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt. Ich freue mich, dass gestern die ÖDP vor Gericht eine Versammlung erfolgreich eingeklagt hat.

Die Bewegungsfreiheit wurde massiv eingeschränkt. In Bayern darf bis Montag nicht mal eine Person einer anderen häuslichen Gemeinschaft getroffen werden. Das betrifft die Freiheit der Person in höchstem Maße und ist in vielen Fällen ein schwerer Eingriff in die grundrechtlich geschützte Familie. Sogar das Sitzen auf Parkbänken wurde zeitweise verboten.

Das Besuchsrecht bei Altenheimen, Krankenhäusern etc. wurde größtenteils aufgehoben (§ 3 BayIfSMV). Hier wurde weder der Einzelfall berücksichtigt, noch den Leitungen der Einrichtungen Spielraum gegeben. Die Ausnahme von Sterbefällen ist der Landesregierung zu gute zu halten. Bei anderen hat das Verbot aber zu tragischen Situationen und zu Vereinsamung geführt.

Der Staat entscheidet „von oben“ ohne jegliches Vertrauen in die Eigenverantwortung der Bürger*innen und erlässt weitgehende Verbote. Nicht mal den Leiter*innen und Leitungsgremien von Einrichtungen wird zugetraut eigenverantwortlich zu entscheiden.

Auch ich musste miterleben, wie ein älteres Ehepaar von zwei jungen Ordnungsbeamten von einer Parkbank verwiesen wurde. Die beiden lebten vermutlich schon seit Jahrzehnten in häuslicher Gemeinschaft und waren körperlich nicht mehr so fit, lange Wanderungen zu unternehmen. Das Sitzen an der frischen Luft ohne Infektionsgefahren für sie und andere, wurde ihnen aber untersagt. Aufgrund einer Anweisung von oben und aufgrund der fehlenden Eigenverantwortung der Ausführenden. Eine solche Behandlung von Menschen, tut mir genau so weh, wie das Ausbeuten von Tieren.

Diese Regierungsweise ist autoritär und hierarchisch.

Wir Menschen erleben nur für wenige Monate dieses Gesicht des Staates, die Tiere erleben es seit vielen Jahrzehnten in der grausamsten vorstellbaren Weise.

So lange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben. (Leo Tolstoi)

Ob Tolstoi Recht hatte, wage ich zu bezweifeln. Denn Deutschland ist zwar indirekt an Kriegen beteiligt, aber nicht direkt und ich denke, dass das System auch ohne ferne Kriege funktionieren würde. Es funktioniert aber leider nur mit einem hohen Maß an autoritärer Gewalt. Also eher:

Solange es Gewalt und Mitgefühllosigkeit gegenüber anderen Tieren gibt, gibt es auch Gewalt und Mitgefühllosigkeit zwischen Menschen. (Felix Hahn)

Diese drücken sich ständig gegen die Tiere und die natürlichen Lebensgrundlagen aus und werden gegenüber den Menschen selten sichtbar.

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln. (Mahatma Ghandi)

Was wir gerade an Einschränkungen erleben ist winzig, klein und unbedeutend gegenüber der Ungerechtigkeit und Gewalt, die die Tiere erleben. Aber wir müssen erkennen, dass es der selbe hierarchische, gewaltvolle Staat ist, der gefühllos mit Tieren umgeht und der jetzt gefühllos Familien trennt und Menschen vereinsamen lässt.

Demonstriert nur mit Abstand und angemeldet. Haltet Abstand im alltäglichen Leben. Aber bleibt wachsam und bekennt Euch zu einer Demokratie des Mitgefühls.

Der Weg zum Mitgefühl führt nicht über den Kampf im Widerstand, sondern über das Mitgefühl selbst.

Posted in Menschenrechte, Politik, Tierrechte

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